17.11.2017

Weniger ist besser: Nachhaltigkeit in der Glasproduktion

EUROGLAS erhält den Umweltpreis Magdeburg 2017 Gesagt, getan: 2013 entschied sich der Flachglashersteller EUROGLAS dafür, neue Wege in Sachen Energieeffizienz zu beschreiten – schon ein Jahr später konnte das Energiemanagement nach internationaler Norm an den Standorten Osterweddingen und Haldensleben eingeführt werden. Nach der Zertifizierung innerhalb von Rekordzeit startete das Unternehmen in eine neue Ära, während derer sowohl Umwelt- als auch Geschäftsbilanz bereits deutlich verbessert werden konnten. Das Thema Nachhaltigkeit wird bei EUROGLAS eben groß geschrieben – und das sieht die Stadt Magdeburg genauso, sie verleiht dem Unternehmen den Umweltpreis 2017.

Der von der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts ausgeschriebene Preis wird alle zwei Jahre vergeben und fördert die nachhaltige Entwicklung der Stadt und der Region. Wer den Preis erhält, entscheidet eine fachkundige Jury in den drei Kategorien Wirtschaft, Jugend und Forschung. Dieses Jahr wurde das weltweit agierende Unternehmen EUROGLAS in der Sparte Wirtschaft preisgekrönt. Der Glashersteller produziert in seinen Werken in Haldensleben und Osterweddingen täglich 1.500 Tonnen Glas – und das 24 Stunden, 365 Tage im Jahr. Die Rohstoffe für die Glasschmelze bezieht der Glashersteller direkt aus der Region. Aber nicht nur hier leistet das Unternehmen EUROGLAS einen Beitrag zur Ressourcenschonung.

Großer Betrieb, großes Engagement

Als großer und moderner Betrieb ist sich EUROGLAS seiner ökologischen, ökonomischen und regionalen Verantwortung bewusst. Vor drei Jahren führten die Floatglaswerke in Sachsen-Anhalt ein Energiemanagement nach ISO 50.001 ein. Unter Leitung der Geschäftsführung und eines Energieteams sowie durch kreative Ideen der Mitarbeiter wurden zahlreiche organisatorische und technische Maßnahmen umgesetzt.

Die Bilanz lässt sich sehen: EUROGLAS hält inzwischen die schärfsten Auflagen der „Besten Verfügbaren Technik für die Glasindustrie“ (BVT) sowie der „Industrial Emissions Directive 2010/75/EU“ (IED) ein. Diese Dokumente sind Teil einer Reihe, in der die Ergebnisse eines Informationsaustausches zwischen EU-Mitgliedstaaten und der betroffenen Industrie für die „beste verfügbare Technik“ zusammengetragen und veröffentlicht werden.

Intelligenter Energieverbrauch

Ein spezielles Schmelzwannendesign, neuartige Feuerfestmaterialen sowie das Verfahren einer gestuften Verbrennung reduzieren bereits messbar den Energieverbrauch und die Abgasemissionen bei EUROGLAS.

Weiterhin reduziert das patentierte Scherben-Rückführungssystem den primären Energieverbrauch Die recycelbaren Scherben werden dem Herstellungsprozess wieder hinzugefügt und vermindern die benötigte Energiezufuhr um circa neun Prozent.

Aber damit nicht genug: Zusätzlich wird die Abhitze der Verbrennungsgase zur Energierückgewinnung genutzt, wodurch in den Werken rund ein Drittel des Stroms erzeugt wird. Dazu werden die Abgase über zwei Abhitzekessel geführt, in denen das Prozesswasser verdampft. Über eine Turbine und einen Generator wird damit dann elektrische Energie erzeugt.

Filtern und Katalysieren

Ressourcenschutz bedeutet nicht nur Energieeffizienz, sondern auch eine Kontrolle der Abgasemissionen. Denn beim Schmelzvorgang entstehen durch die Verfeuerung von Brennstoff und die Zersetzung der Rohstoffe nicht nur eine Menge Staub, sondern auch gasförmige Schadstoffemissionen. Die wichtigsten sind: Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Stickoxide, Salzsäure und Flusssäure. Bei EUROGLAS vermindert unter anderem ein Elektrofilter den Ausstoß von Feinstaub und Schwefeldioxid, und das sogar über die gesetzlichen Auflagen hinaus.

Zusätzlich reinigt EUROGLAS die Stickoxide mithilfe einer sogenannten DeNOx-Anlage: Dabei werden die heißen Rauchgase über einen Katalysator geleitet, der unter Zugabe von Ammoniakwasser die Stickoxidverbindungen zu Stickstoff und Wasserdampf reduziert. So werden die Verbrennungsgase gereinigt und können über einen Kamin nach draußen geleitet werden.

Zeichen setzen

EUROGLAS produziert neben den beiden Werken in Deutschland auch in Frankreich und Polen Flachglas. Die vier EUROGLAS-Werke produzieren ein Drittel des deutschen und ein Zehntel des europäischen Flachglases. Wenn sich in solch großen Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit etwas tut, dann werden damit nicht nur deutliche Zeichen gesetzt, sondern auch Nachahmer inspiriert.

EUROGLAS – Unternehmen mit Tradition

EUROGLAS ist Teil der Glas Trösch Gruppe und wurde 1993 als Zusammenschluss von fünf unabhängigen mittelständischen Unternehmen gegründet. Der Mutterkonzern mit Sitz in der Schweiz blickt auf eine über 110jährige Erfahrung zurück: Glas Trösch gehört zu den wichtigsten europäischen Herstellern und Verarbeitern von Glas und schafft an 60 Standorten in der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Polen, Ukraine, Moldawien, Ungarn, Türkei, Tschechien, Slowakei und den USA Lebensqualität durch Glaslösungen.